Rosa und Max Pincus

HIER WOHNTE MAX PINCUS JG. 1869 DEPORTIERT 1942 THERESIENSTADT ERMORDET 10.12.1942 HIER WOHNTE ROSA PINCUS GEB. EICHENBERG JG. 1868 ZWANGSUMZUG 1941 ALTENHEIM HERRLINGEN „EINGEWIESEN“ HEILANSTALT ZWIEFALTEN ERMORDET 26.3.1942

Max Pincus wurde 1869 in Posen (Polen) geboren, seine Frau Rosa, geborene Eichenberg, 1868 in Gießen. Zusammen zogen sie nach St. Johann an der Saar (heute Saarbrücken), wo 1895 ihr erstes Kind Ludwig zur Welt kam. Es folgten 1897 die Tochter Margarethe (verheiratete Rothschild) und 1901 ihr zweiter Sohn Walter.

Der älteste Sohn Ludwig fiel im Ersten Weltkrieg Ende des Jahres 1917 in Frankreich. Ungefähr zu dieser Zeit siedelte die Familie nach Heilbronn über; Max Pincus betrieb im Wohnhaus Friedensstraße 31 – heute Gymnasiumstraße – ein Versicherungsbüro, dem später auch der Sohn Walter beitrat.

Im Mai 1939 emigrierten Walter Pincus und seine Frau Edith Oppenheimer nach Ostafrika; Margarethe Pincus hielt sich Ende Oktober 1942 in London auf. Aber ihre nun schon betagten Eltern in Heilbronn mussten zunächst in ein „Judenhaus“ in der Moltkestraße umziehen, danach ins jüdische Altenheim in Heilbronn-Sontheim.

1941 war Rosa Pincus im Jüdischen Zwangsaltenheim in Herrlingen, später in der Heil- und Pflegeanstalt Zwiefalten, wo sie im Zuge des Euthanasie-Programms am 26. März 1942 ermordet wurde. Max Pincus wurde am 22. August 1942 von Stuttgart aus nach Theresienstadt deportiert, wo er am 10. oder 13. Dezember 1942 starb.

Eigentlich hatten Rosa und Max Pincus geplant, nach dem Krieg ihrem Sohn Walter nach Afrika zu folgen.

Bilder: Gymnasiumstraße 31

Lage der Stolpersteine