Betty und Frida Kraft

HIER WOHNTE FRIDA KRAFT JG. 1865 DEPORTIERT 1942 ERMORDET IN TREBLINKA HIER WOHNTE BETTY KRAFT JG. 1873 DEPORTIERT 1942 ERMORDET IN TREBLINKA

Frida Kraft, geboren am 15. Mai 1865 in Billigheim, kam schon im frühen Kindesalter gemeinsam mit ihrer Familie nach Heilbronn. Ihre Schwester Betty wurde am 7. Februar 1873 in Heilbronn geboren. Gemeinsam lebten die Schwestern bis ins hohe Alter in einer Wohnung in der Herbststraße 14 in Heilbronn. Frida Kraft arbeitete als selbstständige Privatlehrerin und Betty Kraft als Schneiderin.

Bereits im Jahr 1937 wanderte ein Großteil ihrer Familie nach Genua in Italien aus, um Schutz vor dem immer stärker werdenden Antisemitismus in der Gesellschaft zu suchen. Die beiden Schwestern blieben jedoch, wahrscheinlich auf Grund der gesundheitlichen Situation Betty Krafts, in Heilbronn zurück.

Den Akten zufolge wurden die beiden Schwestern am 6. November 1941 aus ihrer Wohnung in der Herbststraße 14 in das Judenhaus in der Heilbronner Dammstraße 26/1 gebracht. Von dort aus wurden sie in einem Transport mit 30 Personen am 23. März 1942 nach Haigerloch umgesiedelt und am 22. August 1942 nach Theresienstadt / Terezín deportiert. Vier Wochen später, am 29. September 1942, brachte man sie ins Vernichtungslager Treblinka.

Obwohl dieser Deportationsweg durch offizielle Dokumente belegt ist, kursierte in der Heilbronner Bevölkerung lange Zeit das Gerücht, dass die beiden Schwestern auf dem Marktplatz erschossen worden seien. Hierfür gibt es jedoch weder Beweise noch Unterlagen, die dies bestätigen würden.

Das Leben von Betty und Frida Kraft zeigt, wie weit geschwisterlicher Zusammenhalt gehen kann. Gemeinsam lebten sie, standen füreinander ein und gingen am Ende sogar den Weg in den Tod gemeinsam.

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