Willi Fröhle

HIER WOHNTE WILLI FRÖHLE JG. 1898 VERHAFTET 1943 ’WEHRKRAFTZERSETZUNG’ GERICHTSGEFÄNGNIS HEILBRONN TODESURTEIL 17.3.1944 HINGERICHTET 22.6.1944 GEFÄNGNIS STUTTGART

Der Kaufmann Willi Fröhle (Jahrgang 1898) musste im Ersten Weltkrieg noch 1917 als 19-Jähriger an die Front. Er schloss sich schon vor 1933 der NSDAP an und galt als „alter Kämpfer“, der nach der Machtergreifung einen Posten als Geschäftsführer beim Heilbronner Siedlungsverein übertragen bekam. Ab 1941 arbeitete Fröhle in einem Betrieb in Nordheim.

Seit Ende der 1930er Jahre hatte sich seine Haltung zur Partei und zum Nationalsozialismus verändert. Bei seinen Arbeitskollegen war er zwar beliebt, fiel aber durch Äußerungen gegen das Regime auf. Er bezeichnete Hitler und andere NS-Größen als Lügner und galt als „Meckerer und Miesmacher“. Mehrfach wurde er deshalb ermahnt. 1943 sagte er gegenüber einer 18-jährigen Mitarbeiterin: „In sechs Wochen ist der Krieg aus. Dann wird das Blut in den Straßen Heilbronns fließen!“

Aufgrund dieser Äußerung wurde Willi Fröhle denunziert und am 6. September 1943 verhaftet. Am 17. März 1944 wurde sein Fall vor dem 3. Senat des Volksgerichtshofs unter dem Vorsitzenden Volksgerichtsrat Lämmle in Heilbronn verhandelt. Einige seiner Kollegen sagten gegen ihn aus.

Der Volksgerichtshof verurteilte Fröhle zum Tode; er habe „fortgesetzt durch gehässige Herabsetzung der Partei- und Staatsführung sowie durch defaitistische Äußerungen unsere Wehrkraft zersetzt und die Feinde begünstigt“.

Ein Gnadengesuch von Fröhles Mutter an Hitler und den Volksgerichtshof wurde abgelehnt. Am 22. Juni 1944 starb Willi Fröhle morgens um 5:10 Uhr in Stuttgart unter dem Fallbeil. Seine Braut erhielt eine Gebührenrechnung über 857,97 Reichsmark für Vollzug der Todesstrafe, Haftkosten und anteilige Reisekosten des Gerichts.

Bilder: Pestalozzistraße 31

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